Wissen allein genügt nicht

- Studierende konzipieren und organisieren „Nachhaltigkeits-EXPO“ an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) -

Nachhaltige Lebensmittel waren ein Thema bei der virtuellen NEXPO an der HfWU.

NÜRTINGEN (hfwu).). Die „NEXPO“ an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) führte die Ringvorlesung „Nachhaltige Entwicklung“ weiter. Konzipiert hatten die Online-Veranstaltung Studierende und mit ihr, sehr erfolgreich, ein neues Lernformat erprobt.

Unter dem Motto „Nachhaltig vernetzt – denken, handeln, fühlen“ fand an der HfWU erstmals die NEXPO, konzipiert und organisiert von Studierenden, statt. Mit der virtuell durchgeführten Veranstaltung hatte das studentische Projektteam die Teilnehmenden eingeladen, spielerisch und interaktiv in den Austausch rund um verschiedene Aspekte der nachhaltigen Entwicklung zu kommen.

Zu Beginn führte ein Moderatorenteam in das neue Lern- und Austauschformat ein. Im Anschluss machten sich Kleingruppen ans Werk. Hier standen Themen wie Klimawandel und Konsum, Ressourcen und Verantwortlichkeit im Mittelpunkt. Wissen und Erfahrungen wurden ausgetauscht und so der weit gefächerte Begriff „Nachhaltigkeit“ präzisiert. Ein weiterer Programmpunkt drehte sich um das kontroverse Thema E-Automobilität. Verschiedene Gruppen sammelten Pro- oder Contra-Argumente und in Anlehnung an das Spiel „Schiffe versenken“ sollte jede Gruppe die Argumente der anderen erraten. So waren alle aufgefordert, sich in die jeweils andere Seite hineinzuversetzen. Zudem punkteten einige Teilnehmer*innen mit profundem Fachwissen, was in der Runde als Bereicherung und Anlass zum Nachdenken aufgenommen wurde. Die abschließende Feedback-Runde lobte, dass diese Methode dazu beitrage, ein Schwarz-Weiß-Denken abzulegen.

Zwischen den einzelnen Programmpunkten lockerte den Ablauf ein Quiz zu nachhaltigen Themen auf. Hier ging es etwa um die Umweltbilanz von Papier- oder Plastiktüten oder dem Bambus-Kaffee-Becher, der oft als eine nachhaltige Verpackungslösung angepriesen wird. Nach jeder Frage konnten die Teilnehmer*innen ihre Meinungen austauschen – und die vorausgegangene Frage mit den neuen Informationen und Argumenten noch einmal beantworten. Zudem gab es Gelegenheit, sich in den Pausen zu den Quiz-Themen vertiefend einzulesen. Der Programmpunkt „My guilty food pleasures“ regte die Teilnehmer*innen zum Überdenken ihrer Essensgewohnheiten an. Hier wurden sie gebeten, ihre Lebensmittel-„Sünden“ vorzustellen und nachhaltige Alternativen zu suchen. Mit Blick auf das, was bei einem Lebensmittel alles nicht nachhaltig sein kann – die Verpackung, die die Inhaltsstoffe oder der Herstellungsort – gab es Vorschläge, die von selbst hergestellten veganen oder fair produzierten Alternativen reichten bis hin zu Rezepten, die ausgetauscht wurden.

„Alleine das pure Wissen über Nachhaltigkeit bringt die Menschen nicht automatisch zu nachhaltigem Verhalten. Aber genau das ist in der heutigen Zeit zur Bewältigung aktueller Herausforderungen dringend notwendig“, sagen Samira Böhmisch, Johannes Brielmann, Luisa Höhn, Janosch Ludwig und Ivana Tokic. Die Studierenden hatten sich in einem Seminar im Rahmen der Ringvorlesung „Nachhaltige Entwicklung“ zum Ziel gesetzt, Menschen zu vernetzen und vom nachhaltigen Denken ins Handeln zu bringen. In der Ringvorlesung hatten HfWU-Professorinnen und -Professoren im Sommersemester zu verschiedenen aktuellen Bereichen Strategien und Zielkonflikte der nachhaltigen Entwicklung aufgezeigt. Mit diesem Wissen entwickelten die fünf Studierenden unter Begleitung der HfWU-Initiative „Projektorientierte Hochschullehre im Nachhaltigkeitskontext“ (PHOENIX) in einem zweitägigen Seminar das NEXPO- Konzept. Verschiedenen Menschen sollten im Rahmen einer digitalen Veranstaltung neue Impulse gegeben werden, die Lust auf nachhaltiges Handeln machen. Bevor es mit der NEXPO zur Feuertaufe ging, hatte das Konzept einen Probelauf erfolgreich bestanden.

„Es ist ein völlig neues, interaktives Format des Lernens. Diese Art und Weise des Lernens kann einen Wegweiser für die HfWU darstellen“, sagen die fünf NEXPO-Macher. Es biete sich prinzipiell für alle Fachrichtungen an, um einen interdisziplinären Austausch und eine Vernetzung zu schaffen. Außer Frage steht, dass die Studierenden mit ihrem neuen Ansatz ihrem gesteckten Ziel näherkamen: über das nachhaltige Denken hinaus zum Handeln anzuregen.

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