Forschung
M.Sc. Lara Handel
Was sind Deine Forschungsschwerpunkte?
Sowohl in meinem Bachelorstudium der Biologie als auch während meines Masterstudiums der Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Tierwissenschaften habe ich meinen Fokus auf den Bereich Tiergesundheit gesetzt. Ein Recruiter sagte mir einmal, ohne Veterinärmedizinstudium oder Doktortitel würde ich wahrscheinlich nicht in meinem gewünschten Bereich der Tiergesundheit arbeiten können. Darum freue ich mich umso mehr darüber, dass ich mich innerhalb des Projektes PowerAImage mit meinem Interessensgebiet auseinandersetzen darf und praxisorientierte Lösungen zur Erkennung von Gesundheitsmängeln und zur Verbesserung des Tierwohls erarbeiten kann.
Was machst Du bei PowerAImage?
Ich analysiere Bildmaterial von Milchziegen, um Rückschlüsse auf den Gesundheitsstatus der Tiere zu ziehen – etwa hinsichtlich des Ernährungszustandes, entzündlicher Veränderungen und Mastitis. Zudem prüfe ich, ob sich aus den Bildern auch zuchtrelevante Merkmale ableiten lassen. Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit liegt außerdem auf der fachlichen Aufarbeitung der Bilddaten für die KI-Modelle bzw. das Machine Learning. Ziel ist es, die Daten so zu annotieren und zu strukturieren, dass die KI die relevanten Merkmale später selbstständig erkennen und auswerten kann.
Wie sieht Dein Forschungsalltag aus?
Mein Forschungsalltag besteht in der Anfangsphase des Projekts hauptsächlich aus der Analyse der großen Menge an Bilddaten und der Bewertung der Bildqualität sowie des Gesundheitsstatus der Tiere. Ich beschäftige mich mit der Fragestellung, was auf den Bildern gut sichtbar ist und was man rein visuell aus ihnen ableiten kann. Zudem untersuche ich, welche Einflüsse beispielsweise die Pose der Ziege und der Kamerawinkel auf die Erkennbarkeit von relevanten Merkmalen haben. Um diese Merkmale auch für die KI „sichtbar“ zu machen, annotiere ich die Bilder mit definierten und in Beziehung zueinanderstehenden Schlüsselpunkten (Keypoints), welche die abgebildeten Tiere in berechenbare Pixelkoordinaten übersetzen. Momentan prägen „trial and error“ sowie die Suche nach Fehlerquellen und Verbesserungsmöglichkeiten meinen Forschungsalltag, was ihn aber gerade deswegen so spannend macht.
Was ist Dir bei Deiner Forschung besonders wichtig und mit welchen Methoden arbeitest Du?
Mir ist eine praxisnahe, nachvollziehbare und fachlich fundierte Forschung wichtig, die am Ende einen echten Nutzen für die Tierhaltung bringt. Ich halte jede kleine Auffälligkeit und Idee sofort fest, auch wenn sie zunächst irrelevant erscheint. Erfahrungsgemäß kommen im Laufe des Forschungsprozesses immer wieder neue Fragestellungen auf, für welche dann genau diese Informationen wichtig werden und interessante Rückschlüsse erlauben können. Daher ist eine zentrale Methode die akribische und strukturierte Dokumentation der Daten, der Auswertung, der Vorgehensweisen und Fortschritte. Grundlegend ist auch eine umfangreiche wissenschaftliche Literaturrecherche zur fachlichen Einordnung. Nicht zuletzt ist bei einem interdisziplinären Projekt wie diesem auch die enge Abstimmung im Team von hoher Relevanz, um tierwissenschaftliche Erkenntnisse mit KI-Methoden zu verbinden.
Was zeichnet transdisziplinäre Forschung für Dich aus?
Die transdisziplinäre Forschung an diesem Projekt gibt mir die Möglichkeit, mich in neue Themenfelder einzuarbeiten, mit denen ich mich noch nicht eingehend auseinandergesetzt habe. In meinem Fall ist es der Bereich KI und Machine Learning, welcher aktuell zunehmend an Relevanz gewinnt. Natürlich ist das eine große Herausforderung, aber zugleich auch die Chance, meinen Horizont zu erweitern und neue Skills zu erlernen. Durch die enge Zusammenarbeit im interdisziplinären Team mit Expert*innen auf diesem Gebiet kann ich mich Stück für Stück herantasten und die Brücke zu meinem Fachbereich schlagen.
Welchen wichtigen Beitrag leistet PowerAImage in Deinen Augen?
Übergeordnetes Ziel des Projekts ist die Errichtung eines KI-Kompetenzzentrums an der Hochschule und die Integration von KI-gestützter Bildanalyse in die Forschung und Lehre, sodass Wissen aktiv weiterentwickelt und weitervermittelt wird. Daher denke ich, dass dieses Projekt einen Beitrag dazu leisten kann, Deutschland und Europa im KI-Bereich weiter voranzubringen. Für die Aspekte Tierwohl und -gesundheit kann KI-gestützte Bildanalyse eine stressfreie, kontinuierliche und objektive Gesundheitsüberwachung ermöglichen. Die frühzeitige Erkennung von Auffälligkeiten und Veränderungen im Ernährungszustand oder von Krankheitsindikatoren kann präventives Handeln unterstützen. Für die Tierzucht bietet KI die Möglichkeit, Zuchtwerte präziser zu schätzen, gesundheitsrelevante Merkmale stärker zu berücksichtigen und Zuchtentscheidungen besser zu begründen. Zudem können Merkmale erfasst werden, die bislang nur schwer messbar waren oder gar nicht genutzt wurden. Langfristig trägt KI so zu einer tierwohlorientierten und robusteren Zucht bei und erweitert die Datenbasis für Zuchtprogramme. Damit lässt sich das Tierwohl in der landwirtschaftlichen Haltung steigern, während Landwirt*innen im Zeit- und Arbeitsaufwand sowie finanziell entlastet werden. So stelle ich mir die Digitalisierung der Landwirtschaft vor: Mehr Unterstützung für die Tierhalter*innen und weniger Stress für die Tiere.
Prof. Dr. Burkhard Hoppenstedt
Was sind Deine Forschungsschwerpunkte?
Ich habe Informatik studiert und mich im Rahmen meiner Promotion auf künstliche Intelligenz – insbesondere Machine Learning, Data Mining und Data Science – spezialisiert. In meiner bisherigen beruflichen Laufbahn habe ich Machine-Learning-Methoden vor allem in der industriellen Produktion angewendet, in deren Kontext ich auch extern promoviert habe. Darüber hinaus bin ich kontinuierlich auf der Suche nach neuen Anwendungsfeldern und interdisziplinären Anknüpfungspunkten, beispielsweise im Bereich Tierwohl.
Was machst Du bei PowerAImage?
Ich bin Projektleiter bei PowerAImage und in der Forschung primär für die KI-Methodiken verantwortlich, die ich gemeinsam mit Luisa Pissors entwickle und vorantreibe. In dieser Rolle habe ich einerseits die Gesamtverantwortung und behalte den übergeordneten Kontext sowie relevante Netzwerke im Blick. Andererseits bringe ich mich auch operativ ein und unterstütze die einzelnen Teilbereiche mit meinem fachlichen Know-how.
Wie sieht Dein Forschungsalltag aus?
Mein Forschungsalltag ist stark vom Netzwerken geprägt sowie von der kontinuierlichen Weiterentwicklung von Schnittpunkten zu anderen Forschenden. Neben der Unterstützung im Tagesgeschäft und dem gemeinsamen fachlichen Austausch bin ich insbesondere in der Akquise neuer Fördermittel, beim Verfassen von Anträgen sowie in der Abstimmung mit anderen Professorinnen und Professoren eingebunden.
Was ist Dir bei Deiner Forschung besonders wichtig und mit welchen Methoden arbeitest Du?
In der Anwendungsforschung betreiben wir keine grundlegende KI-Forschung, sondern setzen bestehende KI-Modelle und Machine-Learning-Methoden gezielt für konkrete Anwendungsfälle ein. Entscheidend ist daher, relevante Anknüpfungspunkte zu identifizieren und die jeweiligen Domänen inhaltlich zu verstehen. Unsere Forschung ist somit nicht losgelöst, sondern eng an reale Problemstellungen aus unterschiedlichen Bereichen gekoppelt. Erst durch die Verbindung von Domänenwissen und KI-Methodik entsteht die angewandte Forschung, auf deren Basis wir arbeiten und publizieren.
Was zeichnet transdisziplinäre Forschung für Dich aus?
Transdisziplinäre Forschung ist besonders spannend, da hier unterschiedliche Methodiken und Herangehensweisen aus verschiedenen Disziplinen zusammenkommen und sich gegenseitig wirkungsvoll ergänzen. Gerade im Bereich der üKnstlichen Intelligenz und der Digitalisierung gibt es zahlreiche Ansätze, die andere Forschungsfelder bereichern können. Dadurch entsteht ein wechselseitiger Mehrwert, von dem alle beteiligten Disziplinen profitieren.
Welchen wichtigen Beitrag leistet PowerAImage in Deinen Augen?
PowerAImage vernetzt an der Hochschule unterschiedliche Disziplinen und bringt sie aktiv miteinander ins Gespräch. Neben unserer Kernforschung stehen wir in engem Austausch mit verschiedenen weiteren Bereichen der Hochschule. Auf diese Weise leisten wir einen Beitrag zur Verbreitung von Wissen rund um KI und Bildverarbeitung und schaffen idealerweise einen nachhaltigen Mehrwert für die gesamte Institution.
M.Sc. Luisa-Elene Pissors
Was sind Deine Forschungsschwerpunkte?
Mein fachlicher Hintergrund liegt in der Data Science und Künstlichen Intelligenz. Durch meine Ausbildung habe ich ein breites methodisches Verständnis entwickelt und Einblicke in verschiedene Bereiche der Datenanalyse und KI gewonnen, ohne mich frühzeitig stark zu spezialisieren. Mein Fokus liegt darauf, unterschiedliche Methoden flexibel auf neue Problemstellungen anzuwenden und praxisorientierte Lösungen zu entwickeln. Dabei arbeite ich mich schnell in neue Themen ein und versuche, für jede Aufgabe die bestmögliche Herangehensweise zu finden.
Was machst Du bei PowerAImage?
Im Projekt PowerAImage arbeite ich an der Entwicklung und Evaluation von KI-basierten Methoden zur Bildanalyse. Dazu gehören unter anderem die Auswahl geeigneter Modelle, die Aufbereitung von Daten sowie die Implementierung, Optimierung und Präsentation von Ergebnissen. Dabei fungiere ich als Schnittstelle zwischen technischer Entwicklung und Anwendungskontext.
Wie sieht Dein Forschungsalltag aus?
Mein Forschungsalltag ist sehr abwechslungsreich und bewegt sich zwischen theoretischer Arbeit und praktischer Umsetzung. Dazu gehören unter anderem Literaturrecherche, die Analyse von Datensätzen, das Trainieren und Evaluieren von Modellen sowie die Interpretation und Präsentation von Ergebnissen. Darüber hinaus ist der Austausch im Projektteam ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit, um Anforderungen besser zu verstehen und Lösungen gezielt weiterzuentwickeln.
Was ist Dir bei Deiner Forschung besonders wichtig und mit welchen Methoden arbeitest Du?
Mir ist besonders wichtig, dass Forschung nicht nur theoretisch funktioniert, sondern auch in der Praxis einen echten Mehrwert bietet. Daher lege ich großen Wert auf robuste, nachvollziehbare und übertragbare Lösungen. Im Projektkontext arbeite ich vor allem mit Methoden des maschinellen Lernens, insbesondere im Bereich der Computer Vision. Ergänzend nutze ich klassische Datenanalyse-Methoden sowie Werkzeuge zur Datenaufbereitung und -visualisierung.
Was zeichnet transdisziplinäre Forschung für Dich aus?
Transdisziplinäre Forschung bedeutet für mich, wissenschaftliche Erkenntnisse eng mit praktischen Anforderungen zu verknüpfen. Besonders wertvoll ist dabei die Zusammenarbeit mit Akteur*innen außerhalb der Wissenschaft, beispielsweise aus der Landwirtschaft. Das große Potenzial liegt darin, Lösungen zu entwickeln, die tatsächlich gebraucht werden und direkt angewendet werden können. Eine wichtige Bedingung für erfolgreiche Inter- und Transdisziplinarität ist, unterschiedliche Perspektiven und Fachsprachen miteinander zu verbinden.
Welchen wichtigen Beitrag leistet PowerAImage in Deinen Augen?
PowerAImage leistet einen wichtigen Beitrag, indem es moderne KI-Methoden mit konkreten Anwendungsfeldern verbindet. Das Projekt zeigt, wie Bildverarbeitung dazu beitragen kann, Prozesse effizienter, transparenter und datengetriebener zu gestalten. Besonders hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis, wodurch Lösungen entstehen, die nicht nur technologisch innovativ, sondern auch unmittelbar einsetzbar sind.