RECON-Förderung einer systemischen gesellschaftlichen Transformation zum Schutz der Biodiversität durch Wiederverbindung mit der Natur

Die Verbindung zur Natur wird zunehmend als wesentlich für eine gesellschaftliche Transformation hin zum Schutz der Biodiversität angesehen. In Übereinstimmung mit dem Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework hebt dieses Projekt die kombinierte Wirkung von Naturerfahrungen und Naturverbundenheit hervor, um tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen zum Schutz und zur Wiederherstellung der Biodiversität zu fördern.

Durch das Societal Transformation Laboratory for Nature Reconnection Advocacy (STLNRA) zielen wir darauf ab, transformative Entwicklungen in sozioökologischen Systemen in drei europäischen Pilotregionen voranzutreiben: den Stadtregionen (Urban Functional Areas, UFAs) von Warschau (Polen), Wien (Österreich) und Stuttgart (Deutschland).

Unser Ziel ist es, umsetzbare Erkenntnisse zu gewinnen, die eine nachhaltige Strategie zur Förderung von Naturerfahrungen und Naturverbundenheit sowie ein integriertes Landschaftsmanagement unterstützen. Um dies zu erreichen, definiert das Projekt RECON drei wissenschaftliche Ziele:

  1. die Konzeptualisierung von Advocacy für die Wiederverbindung mit der Natur sowie die Analyse von Mensch-Umwelt-Systemen in UFAs;
  2. die Entwicklung der STLNRA-Methodik; und
  3. die Erprobung und Evaluation der STLNRA anhand ausgewählter Fallstudien.

 

In diesem Zusammenhang wird die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen das Tiefenbachtal als Untersuchungsgebiet in den Fokus nehmen. Diese Ziele dienen dazu, das System zu verstehen, transformative Prozesse zu gestalten und Veränderungen hin zu naturpositiven Ergebnissen in einem spezifischen sozio-geografischen Kontext zu erproben.

Auf Grundlage eines systemischen, multimethodischen Ansatzes im Rahmen von Fallstudien kombiniert RECON fortgeschrittene sozial-empirische Methoden (z. B. Online-Befragungen und partizipatives Mapping für Bewohner:innen der UFAs, ethnografische Methoden wie Interviews, Beobachtungen sowie multisensorische und visuelle Ethnografie), partizipative Forschungsansätze wie Participatory Action Research und Regenerative Design sowie geospatiale Techniken.

RECON wird von einem internationalen, interdisziplinären Konsortium getragen, das Expertise aus Landschafts- und Stadtplanung, Ressourcenmanagement, Soziologie, Ethnografie und Transformationsforschung vereint.

Durch die aktive Einbindung lokaler und regionaler Akteur:innen zielt RECON darauf ab, den Dialog zwischen Wissenschaft und Politik auf allen Ebenen zu stärken. Citizen-Science-Initiativen sollen zudem die öffentliche Beteiligung und das Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse fördern – eine zentrale Voraussetzung für systemische Transformationen zum Schutz der Biodiversität.

Indem Natur als zentraler Akteur im Transformationsprozess hin zu nachhaltigen Praktiken verstanden wird, untersucht RECON die Wechselwirkungen zwischen menschlichem und nicht-menschlichem Wohlergehen als Ansatzpunkt, um transformative Veränderungen in Richtung einer nachhaltigeren Gesellschaft zu fördern.

 

Projektpartner

  • Department of Spatial Planning and Environmental Sciences, Faculty of Geodesy and Cartography, Warsaw University of Technology, Warsaw, Poland (Konsortialleitung)
  • Institute of Ethnology and Cultural Anthropology, University of Warsaw, Warsaw, Poland
  • Department of Geomatics, Forest Research Institute, Sękocin Stary, Poland
  • Department of Landscape, Spatial and Infrastructure Sciences, Institute of Landscape Development, Recreation and Conservation Planning, University of Natural Resources and Life Sciences Vienna, Vienna, Austria
  • Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, Institut für Angewandte Forschung, Germany
  • Wegener Center for Climate and Global Change, University of Graz, Graz, Austria
  • Stichting: LE:NOTRE Institute, Wageningen, The Netherlands

Beteiligte Länder:

Deutschland, Polen, Österreich

Projektgebiete:

Verband Region Stuttgart (DE), Stadtregion Warschau (PL), Stadtregion Wien (AT)

weitere Projektdaten:

Projektleitung:

Dr.-Ing. Ellen Fetzer

Projektbearbeitung: M.Eng. Shashank Yadav
Projektlaufzeit: 01.02.2026-31.01.2029
Projektförderer:

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)  – Projektnummer 570081945