HfWU leitet Forschungs-Pilotprojekt „Klima-Milchfarm“

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Starten das gemeinsame Projekt im Betrieb von Familie Frese: Landwirt Mario Frese, Corinna Weinmiller (Nestlé) und Markus Frank (v.l.n.r.).

Nestlé und Hochwald Foods starten unter der Leitung der HfWU ein Pilotprojekt eines emissionsarmen Milchviehbetriebs.

Die Firma Nestlé hat mit dem Milchproduktehersteller Hochwald Foods die erste „Klima-Milchfarm“ in Deutschland gestartet. Ziel des Pilotprojekts ist es, den „Klima-Fußabdruck“ eines landwirtschaftlichen Betriebs auf null Emissionen zu reduzieren. Über drei Jahre wird Nestlé einen Milchviehbetrieb des Lieferanten Hochwald Foods begleiten. Der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Frese in Nordhessen hält 135 Kühe und soll Modell für weitere Landwirt:innen werden. Geleitet wird das Projekt von den HfWU-Professoren Dr. Markus Frank und Dr. Stephan Schneider, wissenschaftliche und fachliche Beratung kommt zudem vom Projektpartner Thünen Institut für Betriebswirtschaft und der Bodensee-Stiftung.

Zu Beginn werden die Expert:innen der HfWU alle Emissionen des Betriebs kalkulieren. Darauf folgen Schritt für Schritt rund 30 definierte Maßnahmen, um Treibhausgase so weit wie möglich zu reduzieren. Das heißt zum Beispiel: optimale Fütterung der Kühe, gasdichte Güllelagerung, Bau einer Biogasanlage, Energiegewinnung durch Photovoltaikanlagen und ein optimiertes Herdenmanagement der Kühe, was für eine erhöhte Milchleistung sorgt. Parallel dazu werden durch regenerative Bewirtschaftung der Acker- und Grünlandflächen mehr Humus aufgebaut sowie Hecken und Bäume gepflanzt, so dass mehr Treibhausgase gespeichert werden können. Dabei wird die „Klima-Milchfarm“ voraussichtlich auch ihren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Mineraldünger reduzieren.

Ziel ist, die Emissionen des Betriebes im Pilotprojekt nach drei bis fünf Jahren rechnerisch im Modell auf Netto-Null zu bekommen. Prof. Dr. Markus Frank, Professor für Pflanzengesundheitsmanagement an der HfWU, erklärt: „Es dauert natürlich Jahrzehnte, bis Hecken und Bäume richtig groß wachsen und der Boden genug Humus aufgebaut hat. In unserem gemeinsamen Projekt modellieren wir daher, wie viel CO2 die Pflanzen und der Boden wirklich speichern können.“ Zunächst einmal geht es den Forschenden jedoch darum zu verstehen, wo die meisten Emissionen auf dem Hof entstehen, wie sie gesenkt werden können und welche Kosten dabei entstehen.

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