Versorgungssicherheit in geopolitisch unsicheren Zeiten

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Pfeile bezeichnen Stoffströme. Grüne Schrift: Handlungsfelder für die Lebensmittelversorgung.

Positionspapier der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt:

Sicherheit und Resilienz in der Lebensmittelversorgung

 

Versorgungssicherheit in geopolitisch unsicheren Zeiten

In geopolitisch unsicheren Zeiten, in Krisen wie Kriegen, Naturkatastrophen und Pandemien, stehen Politik und Verwaltung vor einer zentralen Aufgabe: die Bevölkerung verlässlich und sicher mit Lebensmitteln zu versorgen. Eine funktionierende Land- und Ernährungswirtschaft, die auf regionale Lieferketten setzt, kann dies leisten. Sie gehört deshalb zur kritischen Infrastruktur. Derzeit ist die Lebensmittelversorgung von Importen fossiler Energieträger, Mineraldünger sowie Futter- und Lebensmitteln abhängig. Für eine resiliente landwirtschaftliche Produktion braucht es jedoch eigenständige Wertschöpfungsketten und weniger Importe (Siehe Abbildung).

Die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) besitzt die Expertise, wenn es um die nachhaltige und resiliente Landnutzung geht: in der Lehre, in der angewandten Forschung und im Transfer in die Praxis. 


Mit Innovationen zu Autarkie und Resilienz 

Autarkie bedeutet Resilienz. Sie lässt sich erreichen, wenn die landwirtschaftliche Produktion in Baden-Württemberg effizienter wird und sich an die verändernden Umweltbedingungen anpasst. Mit einer Reihe von Maßnahmen lassen sich die Rahmenbedingungen für eine resilientere landwirtschaftliche Produktion sichern. Nährstoffkreisläufe und die biologische Vielfalt müssen gefördert werden. Der Bodenschutz spielt eine zentrale Rolle. Gesunde Böden sind der Schlüssel, um eine autarke landwirtschaftliche Produktion zu erhalten. Wenn pflanzliche Biomasse besser zwischen Lebensmitteln, Tierhaltung, Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität und der industriellen Nutzung (z.B. für Bioplastik) aufgeteilt wird, sorgt dies für eine höhere Versorgungssicherheit. Auch die Tierhaltung ist wichtig: So sorgen Rinder, Schafe und Ziegen auf Wiesen und Weiden für zusätzliche Lebensmittel und wertvollen Dünger. 

Für eine effiziente und nachhaltige Landwirtschaft braucht es auch passende Innovationen: für neue Technologien, Digitalisierung und KI aber auch moderne Verfahren in der Pflanzen- und Tierzucht sowie der Haltung und Fütterung. Dazu gehört auch die Agrartechnik mit Anbauverfahren, die mit weniger Energie, Pflanzenschutz, Düngung und Feldbearbeitung auskommen.


Was bietet die HfWU? Praxisbezug, Lösungen und übergreifendes Fachwissen

Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen an der HfWU besitzen Erfahrung und Kompetenz aus der direkten Zusammenarbeit mit Agrarbetrieben, der Integration von Interessengruppen und der Arbeit an regionalen Wertschöpfungsketten. Die HfWU analysiert deren Resilienz und zeigt die Schwachstellen, die in Krisenzeiten die Lebensmittelversorgung erschweren würden. Sie   entwickelt praxisrelevante Lösungen, die die Sicherheit und Resilienz der Lebensmittelversorgung in Krisensituationen verbessern können. Mit ihrer engen Verzahnung von Forschung, Lehre und Transfer kann die HfWU innovative Lösungen in sogenannten Reallaboren direkt unter bestehenden Bedingungen entwickeln, testen und verbreiten.

Die HfWU: Partner der Agrarwirtschaft und der Gesellschaft   

Die HfWU steht bereit, ihre Expertise für eine resiliente Lebensmittelversorgung einzubringen. Sie ist der Ort, an dem qualifizierte Fach- und Führungskräfte für eine resiliente Lebensmittelversorgung ausgebildet werden. Dafür müssen die Forschungsinfrastruktur und Studiengänge zielgerichtet weiterentwickelt und ein intensiver gesellschaftlicher Dialog geführt werden. So kann die HfWU das Bewusstsein und das Verständnis für eine sichere, regionale und unabhängige Lebensmittelversorgung stärken und in die Gesellschaft und Politik tragen.

Aktuelle Forschungs- und Transferprojekte an der HfWU