Epistemologisches KI-Lesecafé

Workshopleiter:

Prof. Dr. Carsten Herbes und Prof. Dr. Burkhard Hoppenstedt

Datum: 24.07.2026, 14:00 - 17:00 Uhr
Ort: Nürtingen, in Präsenz, Raum wird noch bekanntgegeben 

In diesem Workshop der Reihe steht die Frage im Mittelpunkt, welche epistemologischen Voraussetzungen und Folgen mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der wissenschaftlichen Wissensgenerierung verbunden sind. Die Teilnehmenden reflektieren kritisch, wie KI-basierte Verfahren Erkenntnisprozesse verändern – etwa durch neue Formen der Datenverarbeitung und Modellbildung, aber auch durch Risiken wie eine „Illusion des Verstehens“, epistemische Bequemlichkeit und die mögliche Erosion kritischer Urteilskompetenz.

Zur Vorbereitung bringen alle Teilnehmenden einen wissenschaftlichen Aufsatz mit, der epistemologische Implikationen von KI im eigenen Fachgebiet behandelt, z.B. die Verschmutzung der epistemischen Umwelt durch synthetische Inhalte bei der Diskursforschung. Zu Beginn des Workshops stellen die Doktorand*innen ihren Aufsatz kurz vor und skizzieren zentrale Argumente und Kontroversen, um sichtbar zu machen, wie KI epistemische Praktiken in verschiedenen Disziplinen prägt. Falls Sie keinen passenden Aufsatz aus Ihrem Fachgebiet finden, sendet der Seminarleiter Ihnen auch gerne einen Aufsatz zu.

Im Anschluss diskutieren wir gemeinsam, inwiefern KI grundlegende Fragen nach Charakter, Begründung und Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnis neu stellt: Wer gilt in KI-integrierten Wissenspraktiken als epistemischer Akteurin und wie verschieben sich Autor*innenschaft und Verantwortung?

Ziel des Workshops ist es, ein vertieftes Verständnis dafür zu entwickeln, wie KI-Systeme epistemische Praktiken verändern und welche Konsequenzen dies für die Selbstverortung wissenschaftlicher Arbeit hat – einschließlich der Frage, wie ein verantwortlicher und erkenntnistheoretisch reflektierter Einsatz von KI in der Forschung gestaltet werden kann.

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