„Jeder ist seines Glückes Schmied?“ – Trauma und gesellschaftliche Teilhabe

Date and location: 08.07. – 08.07.2026 | 19:00 - 20:30 Uhr | HfWU Standort Nürtingen, Future.Box, Hechinger Str. 12 | Download event to calendar (iCal .ics)

Wie erleben und bereichern Menschen mit traumatischen Erfahrungen unsere Gesellschaft – und was macht Trauma mit uns als Gesellschaft?

Referentin & Vortrag

Reiß dich zusammen! Sei durchsetzungsfähig! Funktioniere! So lauten viele der stillen Erwartungen unserer Gesellschaft. Doch traumatische Erfahrungen lassen sich nicht einfach abschütteln, und sie sind auch kein Randphänomen. Sie prägen das Leben der Einzelnen ebenso wie die Frage, wer zu einer Gesellschaft erfolgreich dazugehört und wer außen vor bleibt.


Die Forschung der letzten 15 Jahre zeigt deutlich: Frühkindliche Traumata wirken weit über das Individuum hinaus. Sie beeinflussen soziale Beziehungen, Bildungsbiografien, berufliche Integration und gesellschaftliche Teilhabe. Etwa jede vierte Person in Deutschland erlebt im Laufe ihres Lebens ein potenziell traumatisches Ereignis mit psychischen Folgen. Trauma ist damit kein Ausnahmezustand, sondern Teil unserer gesellschaftlichen Realität.
 

Der Vortrag wirft einen verständlichen Blick darauf, was Trauma ist, welche Spuren es in unserer Gesellschaft hinterlässt und warum darin nicht nur Belastung, sondern auch Entwicklungspotenzial liegt. Im Mittelpunkt steht die Frage, was Verbundenheit möglich macht, warum sie kein „Nice-to-have“ in einer Gesellschaft ist, sondern eine soziale Notwendigkeit, und welche wertvollen Perspektiven Menschen mit Traumaerfahrungen in unsere Gesellschaft einbringen.


Im Fokus des Abends stehen folgende Fragen:

- Was Trauma ist und inwiefern es gesellschaftliche Teilhabe erschwert?

- Warum ist Verbundenheit zentral für individuelles und gesellschaftliches Wohlergehen – und warum ist es dafür nie zu spät?

- Wie können wir im Alltag Verantwortung füreinander übernehmen, ohne Therapeut:innen sein zu müssen?

- Welche Strukturen, Regeln und Haltungen fördern echte Teilhabe – und welche stehen ihr im Weg?

Die Veranstaltung lädt dazu ein, genauer hinzuhören, gängige Erzählungen von Leistung und Anpassung zu hinterfragen und vielleicht neue Formen des solidarischen Miteinanders zu entdecken.

Kinga Janisch lebt in Nürtingen und begleitet seit vielen Jahren Menschen in Umbruchsituationen. Als Coach und Traumatherapeutin öffnet sie mit fundiertem Fachwissen, Empathie und Humor neue Wege für Heilung und Teilhabe.
Als Co-Autorin mehrerer Fachbücher verbindet sie wissenschaftlich fundiertes Wissen mit einem lebendigen und alltagnahen Stil. 

Ablauf:

19:00 Begrüßung & Einführung, Prof. Johannes Junker, HfWU
19:10 Vortrag
20:00 Diskussion
20:25 Abschluss und Dank

Anmeldung

Wir bitten um Anmeldung bis drei Tage vor der Veranstaltung über das Webformular auf der Homepage des Studium generale.

Veranstaltungsort:
HfWU, Standort Nürtingen, Future.Box, Hechingerstr. 12

Aufnahmen: Während dieser Veranstaltung können im Auftrag der Hochschule Foto- oder Filmaufnahmen erstellt und gegebenfalls in Publikationen oder in Online-Medien der Hochschule veröffentlicht werden.