Mit Spürhunden illegalen Tierhandel bekämpfen

HfWU-Absolventin erhält Umweltpreis „Trophée de Femmes“

NÜRTINGEN (hfwu). Die Umweltstiftung „Foundation Yves Roches“ hat Birgit Braun mit dem Umweltpreis „Trophée de Femmes“ ausgezeichnet. Die Absolventin des Masterstudienganges Umweltschutz hat den Preis für ihr außergewöhnliches Engagement im Umwelt- und Naturschutz erhalten. Der Studiengang wird von vier Hochschulen aus der Region angeboten. Die Federführung liegt bei der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU).

Foto (Stiftung Yves Roche): Claude Fromageot, der Direktor der Fondation Yves Rocher Paris, und die Preisträgerinnen Trophée de femmes 2017 (v.l.n.r.): Viktoria Keding, Birgit Braun und Susanne von der Heide.

Die Preisverleihung im Spiegelsaal im Schloss Solitude.

Birgit Braun ist mittlerweile geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e.V.. Sie beschäftigte sich bereits während ihres Studiums mit dem illegalen Handel von Wildtieren und –pflanzen. Der illegale Wildartenhandel und Schmuggel ist eine der Hauptursachen für die Bedrohung der Arten. In ihrer  Masterarbeit stellte sie dar,  wie sich Spürhunde zum Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten einsetzen lassen. Das Thema lies Birgit Braun in der Folge nicht mehr los. Auf ihre Initiative hin startete die Umweltstiftung WWF Deutschland, für die Birgit Braun nach dem Studium  arbeitete, ein Artenschutz-Spürhundeprojekt, das sie federführend durchführte: Heute spüren speziell ausgebildete Hunde Elfenbein, Orchideen, aber auch lebende Tiere auf, die illegal gehandelt und transportiert werden. Birgit Braun ist es zu verdanken, dass Artenschutz-Spürhunde auf Flughäfen in vielen Ländern erfolgreich eingesetzt werden. Außerdem empfehlen und unterstützen die Weltzoll-Organisation, INTERPOL und das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) den Einsatz von Artenschutz-Spürhunden und damit auch die Arbeit von Birgit Braun.

Der Umweltstiftung „Fondation Yves Rocher“ war dieses Engagement nun den 2. Preis der „Trophée de femmes 2017“ wert, der mit 5000 Euro dotiert ist. Im Spiegelsaal des Schloss Solitude nahm Birgit Braun den Preis entgegen. Insgesamt erhielten die Preisträgerinnen Preisgelder in Höhe von 18.000 Euro. Das Preisgeld investiert Birgit Braun in ihr aktuelles Projekt: In Kenia und Namibia unterstützt sie den Einsatz von Spürhunden für den Schutz von Geparden. Gleichzeitig ist sie eine vielgefragte Ratgeberin: Immer wieder melden sich bei ihr Vollzugsbehörden aus unterschiedlichen Ländern, um mehr über den Einsatz von Artenschutz-Spürhunden zu erfahren.

Birgit Braun bedankte sich via E-Mail bei ihren ehemaligen HfWU-Professoren Dr. Hans-Karl Hauffe und Dr. Willfried Nobel, „dass Sie mir die Arbeit an diesem spannenden Thema ermöglicht haben. Auch wenn das damals noch nicht in dem Maße absehbar war, konnten damit viele tolle Artenschutz-Projekte angestoßen werden und der Einsatz von Spürhunden im Artenschutz ist mittlerweile sehr vielfältig und sehr erfolgreich.“

Die Umweltstiftung „Fondation Yves Rocher“ hat den Umweltpreis „Trophée de femmes“ zum 14. Mal verliehen.Damit ist Birgit Braun eine von 42 Frauen, die für ihr außergewöhnliches Engagement im Umwelt- und Naturschutz ausgezeichnet wurden.

Gerhard Schmücker
Nürtingen, 28.03.2017

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