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Unerschlossenes Gesundheitspotenzial der Landschaft

Prof. Dr. Roman Lenz

- Vortrag an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) in Nürtingen im Rahmen der Themenreihe Landschaft und Gesundheit -

NÜRTINGEN (hfwu) Die Themenkomplexe Landschaft und Gesundheit weisen viele Überschneidungen auf. Dies zeigt sich nicht nur beim Klimawandel. Dass noch viel Potenzial in der bewussten Verbindung dieser beiden Bereiche steckt, machte Prof. Dr. Roman Lenz mit einem Vortrag an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) deutlich.

Lenz betonte im Rahmen seines Studium-generale-Vortrags an der Hochschule in Nürtingen, dass insbesondere die Studiengänge der Fakultät Landschaftsarchitektur, Umwelt- und Stadtplanung prädestiniert dafür sind, Wegbereiter zu sein in diesem noch neuen Forschungsgebiet. Durch die Integration der ehemaligen Hochschule für Kunsttherapie Nürtingen (HKT) in die HfWU sind in der Fakultät zu den planerischen Studiengängen die der Kunst- und Theatertherapie hinzugekommen – auf den ersten Blick inhaltliche Gegensätze. „Falsch“, sagt Fakultätsdekan Prof. Dr. Roman Lenz, „Landschaft und Gesundheit hängen natürlich zusammen und es steckt noch viel Potenzial darin, die Wechselwirkungen zwischen den beiden Bereichen zu verstehen“.

Roman Lenz, der in der Vergangenheit bereits am Helmholtz Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit forschte, nannte einige Praxisbeispiele, die diesen natürlichen Zusammenhang verdeutlichen. Das sogenannte Waldbaden, ein Trend aus Japan, der aber auch in Deutschland Anklang findet, schlägt beispielsweise diese Brücke zwischen Landschaft und Gesundheit. Menschen, die an Stress oder Überlastungen leiden, finden auf ausgeschriebenen Waldpfaden zurück zu Ruhe und Wohlbefinden.

Generell sei wichtig, so Lenz, Gesundheit nicht nur als das Ausbleiben von Krankheiten, sondern als einen ganzheitlichen Begriff mit den Aspekten Prävention und Förderung zu verstehen. „Dass die Landschaftsplanung in diesem Sinne gesundheitsfördernd sein kann ist nicht nur erwünscht, sondern tatsächlich auch gesetzlich vorgeschrieben.“ Paragraph 1 des Naturschutzgesetz beschreibe Landschaft „als Grundlage für Leben und Gesundheit des Menschen“. Landschafsarchitekten und -planer sollten diesen Auftrag ernst nehmen. Wünschenswert sei es, dass Architekten und Planer mehr Wert legten auf eine sogenannte salutogenetische, also gesundheitsfördernde, Gestaltung ihrer Projekte.

Der Vortrag machte deutlich, dass die HfWU im Themenfeld Landschaft und Gesundheit gut aufgestellt ist. Das Neben- und Miteinander der umfassenden Studienangebote der Planung und Architektur sowie der Künstlerischen Therapien ist im deutschsprachigen Raum einzigartig. In seinen Schlussworten äußerte Roman Lenz den Wunsch, mit seinen Kollegen weiterhin im Dialog zu bleiben und eventuell in der Zukunft Studienangebote in dem Bereich anbieten zu können. „Ich hoffe, dass der Bereich der Therapien sich weiter für den Bereich der Landschaft öffnen wird. Die gegenseitige Vernetzung innerhalb unserer Fakultät hat noch viel Potenzial.“

Der Vortrag war der erste einer dreiteiligen Reihe unter dem Titel „Landschaft und Gesundheit – Raumplanung und Künstlerische Therapien im Dialog“. Am 8. Mai wird Prof. Junker, Studiendekan des Studiengangs Theatertherapie an den Vortrag von Roman Lenz anknüpfen und das Thema aus Sicht der Künstlerischen Therapien betrachten (8.5, HfWU Nürtingen, Sigmaringer Straße 25, 19.30 Uhr).

 
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