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03.04.2012 09:47
Von: Udo Renner

Sich selbst mit anderen Augen sehen


Mit dem Start des Sommersemesters hat Prof. Dr. Carsten Herbes an der HfWU das Fachgebiet Internationales Management übernommen. Zu seinen Lehrangeboten gehört auch Interkulturelles Management. Wie bereichernd der Blick durch die Brille einer fremden Kultur auf die eigene sein kann, weiß Herbes aus eigener Erfahrung. Er hat neben Betriebswirtschaftslehre Japanologie studiert und einige Jahre in Tokio gelebt.

Prof. Dr. Carsten Herbes

Seit dem Sommersemester verstärkt Dr. Carsten Herbes das Professoren-Team der Fakultät Betriebswirtschaft und Internationale Finanzen. Herbes leitet das Fachgebiet Internationales Management und bietet in der Vertiefung International Business Management die Module „Strategic Management in an International Context“, sowie „Intercultural Management“ an. Beide Veranstaltungen finden auf Englisch statt und werden insbesondere auch von Austauschstudenten besucht. „Für Absolventen wird es immer wichtiger, international einsetzbar zu sein. Darauf bereitet das Fach Internationales Management gründlich vor. Es ist aber auch intellektuell spannend, sich der kultu­rellen Bedingtheit des eigenen Denkens und Handelns bewusst zu werden“, erklärt Herbes. So ermögliche zum Beispiel das Modul Intercultural Management quasi einen Blick von außen auf sich selbst zu werfen.

Auch der Klimawandel sei ein Beispiel, wie eine globale Herausforderung international ganz unterschiedliche Antworten hervorbringen könne. „Es ist enorm spannend zu untersuchen, wie in verschiedenen Ländern die Erneuerbaren Energien vorangebracht werden, nicht nur auf staatlicher Ebene, sondern auch durch und in Unter­nehmen“, so der 40-Jährige.

In der Forschung verbindet Prof. Herbes deshalb die Themen „Erneuerbare Energien“ und „Internationales Management“. Zusammen mit Marketing-Professorin Dr. Iris Ramme untersucht der Wirtschaftswissenschaftler zurzeit auf Basis einer empirischen Erhebung die Strategien im Grünstrommarketing von Versorgungsunternehmen in unterschiedlichen Ländern. Mit verschiedenen anderen Hochschulen sind weitere Forschungs­projekte in Planung, unter anderem zu Initiativen von Mitarbeitern in Bezug auf Erneuerbare Energien in Unternehmen oder zu Barrieren für Erneuerbare Energien in Japan.

Herbes ist gelernter Industriekaufmann. An den Universitäten Mannheim, Heidelberg und Hitotsubashi (Tokio) hat er Betriebswirtschaftslehre und Japanologie studiert. Anschließend war er neun Jahre bei Roland Berger Strategy Consultants tätig, davon drei Jahre fest im Tokioter Büro der renommierten Unternehmensberatung. Als Projektleiter beriet er vor allem Unternehmen der Investi­tions­güterindustrie zu Fragen der Strategie und Organisation. Vielfach handelte es sich um internationale Projekte. Herbes kennt so das Feld des Internationalen Managements insbesondere auch aus eigener praktischer Erfahrung. 2006 wurde er mit einer Arbeit zu „Post-Merger-Integration bei europäisch-japanischen Zusammenschlüssen“ an der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder) promoviert. Anschließend wechselte er zum weltweit führenden Produzenten von Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen nach Leipzig. Dort baute er den Bereich Forschung und Entwicklung auf und übernahm später als Vorstand zusätzlich das Finanzressort. Außerdem engagierte er sich in verschiedenen Verbänden und Organisationen für Erneuerbare Energien, z.B. als Beirat der Erneuerbare Energien Initiative Sachsen und der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena). Schon während dieser Zeit übernahm Herbes verschiedene Lehraufträge und publizierte auch immer wieder zu Themen des Internationalen Managements und der Erneuerbaren Energien.

Professor Herbes ist verheiratet und hat zwei Kinder. In seiner Freizeit geht er gerne joggen und skifahren, liest viel und beschäftigt sich mit zeitgenössischer Keramik. Außerdem ist er als Unternehmensberater tätig, insbesondere im Bereich der Erneuerbaren Energien.


Letzte Änderung: 03.04.2014 - 11:43:42 
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