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25.01.2012 16:46
Von: Gerhard Schmücker

Hochschulchor bringt Kirche zum Swingen


- Stehender Applaus für Chor und Band bei „Gospel meets Swing“ -

Foto: Sie haben eine Kirche in einen Jazzkeller verwandelt: Hochschulchor und Preoria Dixie Walkers.

NÜRTINGEN. (üke) In der Regel wird die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt über ihre Leistungen in Forschung und Lehre wahrgenommen. Seit dem Wochenende kennen einige Nürtinger Bürger die Hochschule von ihrer kulturellen Seite. Der Hochschulchor gastierte in der Johanneskirche. Unter der Leitung von Kantor Andreas Merkelbach widmeten sich die akademischen Sänger dem Gospel. Das Publikum reagierte enthusiastisch.

Lauter Beifall ist in den Kirchen hierzulande unüblich. Im Mississippi-Delta und anderen Gegenden des amerikanischen Südens ist es selbstverständlich, dass die Gemeinde zum Gospel in Schwingung versetzt wird. In der Johanneskirche verströmten zu Beginn des Konzerts eine angenehm warme Atmosphäre und Teelichter die gewohnte sakrale Stimmung. Das änderte sich nach den ersten Takten des Hochschulchors gewaltig: In der vollen Kirche begann ein begeisterungsfähiges Publikum mit zu klatschen und sorgte selbst für die Verbindung von Gospel und Swing.

„Gospel meets Swing“ unter diesem Motto trat der Chor vor sein Publikum. Der Funke aus dem Chor sprang ansatzlos auf das Publikum über, einige der Gäste, offenbar Kenner des Genre, sangen lauthals mit. Für die Fusion von Gospel und Swing sorgte nicht zuletzt auch die Begleitband. Angekündigt als „Jochen Buck & Friends“ handelte es sich tatsächlich um die Stammbesetzung der „Preoria Dixie Walkers“ von HfWU Professor Dr. Jürgen Buck. Die Band harmonierte hervorragend mit dem kompakten Gospelsound des Hochschulchors. Das eineinhalbstündige Konzert bot viel Raum für spontane, nicht einstudierte Elemente wie Soli und Variationen. Jens Otzen (Piano), Niklas Deeg (Bass), Bernd Wagner (Schlagzeug), Gerald Kresse (Trompete) und Manfred Schütt (Klarinette und Gesang) sind es als Vollblutmusiker gewohnt in professionellen Formationen aufzutreten. Vor allem Manfred Schütt, der Jochen Buck kurzfristig ersetzen musste, blickt auf eine künstlerische Konzerttätigkeit zurück, die ihn durch zahlreiche Länder führte.

Die Band traf auf einen Chor, der sich in wenigen Wochen hervorragend vorbereitet hatte. Die Spielfreunde war den „Preorianern“ anzusehen. Der Chor bestand hauptsächlich aus Studentinnen der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt und der Hochschule für Kunsttherapie. Obwohl der Chor mit männlichen Stimmparts unterbesetzt ist, klang das gesamte Ensemble absolut authentisch. Ein gelungener Abend mit gut aufgelegten Musikern. Das Publikum sah dies ähnlich und verabschiedete Chor und Musiker nach  einigen Zugaben mit stehendem Beifall. Dazu gab es  bewegende Dankesworte eines sichtbar stolzen Hochschulrektors Professor Dr. Werner Ziegler, der sich freute, dass sich „seine“ HfWU einmal dem Nürtinger Publikum von einer ganz anderen, nicht wissenschaftlichen, Seite zeigen konnte.

Gerhard Schmücker, 25.01.2012


Letzte Änderung: 03.04.2014 - 11:43:42 
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