
Die HfWU feierte 2009 ihr 60-jähriges Jubiläum.
Am 15. November 1949 wurde die Vorgängereinrichtung der HfWU als "Höhere Landbauschule" gegründet. Direktor der Höheren Landbauschule war Oberbaudirektor Professor Dr. Johannes Knecht.
Ursprünglich landwirtschaftlich ausgerichtet, hat sich die höhere Fachschule zu einer Hochschule mit mehreren Studiengängen entwickelt. Heute besitzt die HfWU neben der Agrarwirtschaft eine der größten wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten Baden-Württembergs.

"Kurze Studienzeiten - Hoher Praxisbezug", dies ist der gemeinsame Nenner aller Studiengänge. Die Begriffe "Wirtschaft - Umwelt" beschreiben das inhaltliche Profil, das sich die HfWU in den sechs Jahrzehnten ihres Bestehens geschaffen hat.
Mit drei hauptamtlichen Dozenten und 40 Studenten begann man in den ersten Jahren damit, eine neue Art der landwirtschaftlichen Ausbildung zu etablieren. Anfang der siebziger Jahre wurden in Nürtingen die Studiengänge Landespflege (Wintersemester 1970/71) und Betriebswirtschaft (Wintersemester 1970/71) eingerichtet, 1972 wurde die Bildungseinrichtung durch ein Gesetz vom 6. Februar 1972 in die Fachhochschule Nürtingen umgewandelt. Heute studieren an der HfWU rund 4000 Studierende.
Der erste Rektor nach der Umwandlung in die Fachhochschule Nürtingen war von Februar 1972 bis März 1973 Professor Dr. Eduard Nohe. Ihm folgte von April 1973 bis März 1977 Professor Dipl.-Ing. Paul Eugen Bauer. Von April 1977 bis August 2001 war Professor Dr. Eduard Mändle Rektor der Nürtinger Fachhochschule. Er war bei seinem Ruhestand der dienstälteste Hochschulrektor der Bundesrepublik. Die Entwicklung der HfWU ist auch seinem Engagement zu verdanken.


Die Entwicklung zur Regionalhochschule beginnt im Jahre 1988. Die Fachhochschule Nürtingen errichtet in Geislingen an der Steige eine Außenstelle mit dem Studiengang Betriebswirtschaft.
Der Standort Geislingen ist mit den Vertiefungsrichtungen Automobilmarketing, Automobilhandel, Wirtschaftspsychologie, Unternehmensführung und E-Business im Studiengang Betriebswirtschaft ein attraktiver Studienort geworden. Die Studienbewerber stammen aus dem ganzen Bundesgebiet. Zehn Jahre nach der Gründung der damaligen Außenstelle wurde dieser Standort für die Fachhochschule Nürtingen im Jahr 1998 endgültig gesichert. Heute sind in Geislingen zusätzlich die drei betriebswirtschaftlichen Studiengänge Immobilienwirtschaft, Energie-und Ressourcen-Management eingerichtet. Rund 1400 Studienplätze stehen dort zur Verfügung.
Am "Stammsitz" der Hochschule in Nürtingen wurde das Studienangebot ständig den Herausforderungen der Zeit angepasst.
Im Fachbereich Betriebswirtschaft wurde das Studienangebot auf über 20 Wahlpflichtfächer mit hohem Branchenbezug ausgeweitet.
Zum Wintersemester 1996/97 wurde mit einem Studiengang Volkswirtschaft begonnen, der erste an einer Fachhochschule in der Bundesrepublik. Zum ersten Mal wird hier ein Studium der Volkswirtschaft angeboten, das als praxisbezogener Studiengang angelegt ist.
Offensichtlich liegt die Fachhochschule mit ihrem Konzept richtig:
Der Stifterverband der Deutschen Wissenschaft hat den Studiengang Volkswirtschaft im ersten Jahr seines Bestehens mit einem Preis für seine "innovative Studienstruktur" ausgezeichnet.
Ohnehin erfreut sich das wirtschaftswissenschaftliche Studienangebot großer Anerkennung. In einigen wichtigen Hochschulrankings findet sich die HfWU auf den vordersten Plätzen - auch im Vergleich mit etablierten Universitäten. Im Jahr 2003 setzte das "Manager Magazin" die HfWU auf den dritten Platz unter den deutschen Fachhochschulen.
Die Internationalisierung hat sich in den wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen längst durchgesetzt.
Der ehemalige Aufbaustudiengang "Internationale Wirtschaftsbeziehungen" ist seit 1998 in den Masterstudiengang "International Management" umgewandelt worden. Die Absolventen erhalten nicht mehr den Abschluss "Diplom-Wirtschaftsingenieur", sondern verlassen als "MBA" die Hochschule. Das Finanzwesen behandelt der Studiengang "International Finance". Seit dem Jahr 2000 im Angebot werden hier die Titel Bachelor und Master in Business Administration verliehen.
Der ehemalige Fachbereich Landespflege hat ebenfalls sein Gesicht verändert. Zu ihm gehören heute die Studiengänge Landschaftsarchitektur, Landschaftsplanung und Stadtplanung.
Im Wintersemester 1989 startete der Aufbaustudiengang "Umweltschutz", der heute als Masterstudiengang angeboten wird und mit dem Titel "Master of Engineering" abschließt. Die Federführung dieses Studienganges liegt bei der HfWU, das Studium wird jedoch gemeinsam mit den Hochschulen Reutlingen, Esslingen und Stuttgart organisiert. Dieser Studiengang ist ein einmaliges und wegweisendes Kooperationsmodell.
Ein neues Studienkonzept besitzt seit 1998 der Studiengang "Landschaftsarchitektur/Landschaftsplanung". Als einzige deutsche Hochschule hat die HfWU seit kurzem auch einen Studiengang "Stadtplanung" im Programm.
Nach wie vor deuten die Zeichen für die HfWU eher auf Wandel als auf Stillstand.
Waren es in der Vergangenheit vor allem neue Studiengänge, die für Wachstum und Veränderung an der Hochschule sorgten, so ist dies in Gegenwart und Zukunft die Internationalisierung. Es werden die Studienabschlüsse "Bachelor" und "Master" als akademische Titel verliehen. Für die HfWU ist dies von dreifacher Bedeutung: sie steigert ihre Internationalität, stärkt ihre Anerkennung und verringert den Unterschied zu traditionellen Universitäten.
Eines wird sie jedoch bleiben: mit kurzen Studienzeiten und hohem Praxisbezug ein guter Ausbilder und ein kompetenter Partner für Region und Wirtschaft.
Seit August 2001 bis September 2007 war Prof. Dipl.-Ing. Klaus Fischer sechs Jahre lang Rektor der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Ihm folgte ab September 2007 Prof. Dr. Werner Ziegler.
Umbenennung zur Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen
Mit Inkrafttreten des neuen Landeshochschulgesetzes vom 5.1.2005 hat sich der Name der Fachhochschule geändert. Der Senat hat in der Grundordnung den Namen "Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen" bestimmt.